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Wie läuft eine Online-Scheidung ab? Schritt für Schritt erklärt

1. Online-Formular ausfüllen

Im ersten Schritt füllen Sie bitte das Online-Formular so vollständig aus, wie es Ihnen möglich ist aus. 

Ich benötige alle abgefragten Informationen zu Ihnen, den Kindern, Ihrer Ehe und Ihrer Trennung für den gerichtlichen Scheidungsantrag. Insbesondere die Angaben zu Ihnen persönlich und Ihren wirtschaftlichen Verhältnissen benötige ich, um Ihnen im zweiten Schritt eine Kosteninformation für Ihr Scheidungsverfahren zu geben. Die möglichst genaue Anzahl der von Ihnen in der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften (für den Versorgungsausgleich), spielt auch für die realistische Kosteninformation eine große Rolle. 

Sollten Unterlagen oder Informationen fehlen, melde ich mich selbstverständlich bei Ihnen.

2. Prüfung der Unterlagen und Vorbereitung des Scheidungsantrags

Nachdem das von Ihnen ausgefüllte Formular hier eingegangen ist, melde ich mich per E-Mail bei Ihnen, und zwar mit einer Kosteninformation zu den voraussichtlichen Gerichts- und Anwaltskosten für Ihr Scheidungsverfahren, einer Datenschutzerklärung sowie mit der Vollmacht bei Ihnen.

3. Einreichung des Scheidungsantrags beim Familiengericht 

Sobald im Anschluss von Ihnen die unterzeichnete Vollmacht, die Datenschutzerklärung sowie alle erforderlichen Unterlagen (Eheurkunde/Lebenspartnerschaftsurkunde, Geburtsurkunden etwaiger minderjähriger Kinder, ggf. ein Ehevertrag oder eine notarielle Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung) in der Kanzlei per E-Mail als PDF-Dateien vorliegen, bereite ich den Scheidungsantrag vor und reiche ihn für Sie beim zuständigen Familiengericht ein. Damit wird Ihr Scheidungsverfahren beim Gericht anhängig.

Sie bekommen von allem, was in Ihrem Fall aus der Kanzlei ein- und ausgeht, eine Kopie per E-Mail! Sie erhalten demnach den Scheidungsantrag per E-Mail zur Kenntnisnahme sowie eine erste Vorschussrechnung auf die Rechtsanwaltsgebühren.

Das Gericht vergibt in der Reihenfolge der Posteingänge das gerichtliche Aktenzeichen für Ihr Verfahren und die Kostenstelle des Familiengerichts fordert Sie anschließend über mich auf, den Gerichtskostenvorschuss einzuzahlen. 

Erst wenn Sie diese Gerichtskosten direkt beim Gericht eingezahlt haben, verfügt das Gericht die Zustellung des Scheidungsantrags an den anderen Ehegatten. Mit dieser Zustellung ist Ihr Scheidungsverfahren nun rechtshängig. 

Ab diesem Zeitpunkt beginnt die weitere Bearbeitung durch das Familiengericht.

4. Versorgungsausgleich und Prüfung durch das Gericht

Im nächsten Schritt prüft das Gericht den sogenannten Versorgungsausgleich. Dabei geht es um die Rentenanwartschaften, die beide Ehepartner während der Ehezeit erworben haben. Hierzu verschickt das Gericht zunächst die Fragebögen zum Versorgungsausgleich (Verlinkung zum Formular?), die Sie sorgfältig ausfüllen müssen. Anschließend fordert das Gericht die Auskünfte bei den jeweiligen Rentenversicherungen und Versorgungsträgern an.

Wie lange dieser Schritt dauert, lässt sich nur schwer vorhersagen, Monate in jedem Fall. Entscheidend ist unter anderem, wie viele Versorgungsanrechte überhaupt vorhanden sind, ob Rentenkonten bereits geklärt wurden und wie schnell die Versorgungsträger auf die Anfragen des Gerichts überhaupt reagieren oder wie lange sie für die Berechnung benötigen. Der Versorgungsausgleich ist in der Praxis einer der häufigsten Gründe, dass Scheidungsverfahren länger dauern.

5. Scheidungstermin beim Familiengericht 

Sobald alle erforderlichen Unterlagen und Auskünfte der Rententräger vorliegen, bestimmt das Familiengericht einen Termin zur Scheidung. Zu diesem Termin müssen die Ehepartner in der Regel persönlich mit der Ladung und dem Personalausweis/Reisepass, erscheinen. 

Der Gerichtstermin dauert bei einer einvernehmlichen Scheidung in der Regel nur wenige Minuten.

Einschub von anderem Text-…

Wie lange dauert eine Online-Scheidung?

Wie lange eine Online-Scheidung dauert, hängt vorrangig davon ab, ob ein Versorgungsausgleich durchgeführt wird oder nicht. 

Online-Scheidung ohne Versorgungsausgleich

Ohne Versorgungsausgleich dauert ein Scheidungsverfahren ab Einreichung des Scheidungsantrags beim Gericht häufig etwa zwei bis drei Monate.

Online-Scheidung mit Versorgungsausgleich

Mit der Durchführung des Versorgungsausgleichs, lässt sich die Dauer Ihres Scheidungsverfahrens nur schwer vorhersagen. Nach meiner Erfahrung dauern solche Verfahren Monate, im Schnitt etwa 9 bis 18 Monate.

Welche Teile einer Online-Scheidung laufen wirklich online ab?

Die Online-Scheidung ist kein eigenes digitales Gerichtsverfahren. Das gerichtliche Verfahren selbst läuft genauso ab wie bei jeder anderen Scheidung vor dem Familiengericht. Online erfolgen vor allem die Kommunikation mit der Kanzlei und die Übermittlung der Unterlagen.

Diese Schritte können online erfolgen:

  • Ausfüllen des Online-Formulars
  • Übersendung von Unterlagen
  • Kommunikation per E-Mail oder Telefon
  • Vorbereitung des Scheidungsantrags
  • Einreichung des Scheidungsantrags durch die Kanzlei

Diese Schritte finden nicht online statt:

  • der gerichtliche Scheidungstermin
  • die Entscheidung des Familiengerichts

Der persönliche Gerichtstermin bleibt grundsätzlich bestehen. Bei einer einvernehmlichen Scheidung dauert dieser häufig jedoch nur wenige Minuten.

Welche Rolle spielt das Trennungsjahr?

In der Regel setzt eine Scheidung voraus, dass die Ehepartner mindestens ein Jahr getrennt leben. Mit dem Trennungsjahr soll festgestellt werden, ob die Ehe endgültig gescheitert ist.

Eine Trennung ist dabei auch innerhalb der gemeinsamen Wohnung möglich. Wichtig ist, dass die Ehepartner getrennt voneinander leben und keine gemeinsame Lebensgemeinschaft mehr führen. Das Familiengericht prüft im Scheidungsverfahren unter anderem, seit wann die Trennung besteht. Daher ist es wichtig, den Zeitpunkt der Trennung möglichst klar benennen zu können.

Warum kommt es bei einer Online-Scheidung häufig zu Verzögerungen?

Der häufigste Grund für längere Scheidungsverfahren ist in der Praxis der Versorgungsausgleich. Vor allem dann, wenn mehrere Rentenversicherungen oder Versorgungsanrechte geprüft werden müssen, kann die Bearbeitung mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Weitere mögliche Gründe für Verzögerungen sind:

  • fehlende Unterlagen
  • ungeklärte Rentenkonten
  • verspätete Rückmeldungen von Versorgungsträgern
  • unvollständige Angaben
  • Rückfragen des Gerichts

Wie schnell ein Verfahren abgeschlossen werden kann, hängt deshalb immer auch vom Einzelfall ab.